12.-14.08.2005 (Jörg Reif): 12 stramme Männerbeine drücken und ziehen Fahrradpedale gleichmäßig durch und halten so das Tempo aufrecht ­ in leicht gebückter Haltung fährt die MGV Cleeberg Mannschaft durch das Solmsbachtal, den Radwegen folgend an der Lahn entlang, über Brücken hinweg, durch tiefe, grüne Täler und über steile Berge hinweg zum ersten Tagesetappenziel ­ Nassau.

12.8.2005: Von den anfangs begeisterten sportlichen Sängern, wurde diese Radfreizeit des MGV Cleebergs nur von 7 Mitgliedern wahrgenommen. Manfred Senft, Fred Radon, Michael Friedrich, Klaus Sauerbier, Markus Lenz und Jörg Reif waren die aktiven MGV Teilnehmer. Hartmut Schmidt und Karl Heinz Schindel mußten zu Ihrem Bedauern kurzfristig absagen. Dieter Schappel vom Hessischen Rundfunk a.D. fuhr als Gastfahrer auf eigene Kosten mit.
Schnell vergessen war der erste Anstieg auf der Straße nach Brandoberndorf, wo der erste Teilnehmer schon meinte, er wäre schon fix und fertig und wie lange die Fahrt noch dauere, obwohl das Ortsschild Cleeberg noch zu erkennen war. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle bis auf zwei heftige, länger anhaltende Schauer. Zum Glück wurden wir vom Regen nicht durchnässt, denn Verpflegung und Unterstellmöglichkeiten waren zum rechten Zeitpunkt vorhanden. Einen längeren Aufenthalt machten wir in Holzappel, auf der Höhe des Westewaldes. Nach einer 4km langen Bergauffahrt durch die Wälder, mit Steigungen bis 12%, bei herrlichem Sonnenschein, ereilte uns auf der Höhe ein weiteres Gewitter. Auf dem Rathausplatz angekommen, lud uns der Ortsbürgermeister Manfred Noll zum Umtrunk ein und zur Besichtigung des Heimat- und Bergbaumuseums von Esterau.
Nach der glücklichen Ankunft in Nassau, war dort die Brückenschenke für 2 Übernachtungen unser Domizil. Nach 126 km Radfahrt, einem üppigen Mahl und dem Ausgleich der tagsüber verlorenen Flüssigkeiten, gingen wir nach einer kleinen Wanderung müde zu Bett.

13.8.2005: Dem strapaziösen Vortag Tribut zollend, wurde der folgende Tag dem allgemeinen Befinden angepasst. Langsam und gemächlich fuhren wir wieder auf dem Sonnen beschienenen Lahnradwanderweg nach Lahnstein. Wir besichtigten Nassau, Bad Ems und Dausenau. In Lahnstein mündet die Lahn in den Rhein und es endet der Lahnradweg. Wir fuhren ab dort auf dem Rheinradweg bis Koblenz zum Deutschen Eck. Unsere Tageshalbetappe war in Metternich an der Mosel nach 45 km beendet und wir fuhren auf dem gleichen Wege zurück. Diese Tour fand bei herrlichem Sonnenschein statt, kein Wunder, dass wir uns selbst in der Maximilianshütte ein dort gebrautes Bier gönnten.
Ab Lahnstein bis Koblenz konnten wir die Vorbereitungen für das Fest "Rhein in Flammen" sehen. Ein großes Event mit Feuerwerk und Live Bands warf seine Schatten voraus. Dieses Erlebnis ließen wir uns nicht entgehen.

14.8.2005: Der Sonntag war so, wie der Wetterbericht ihn ankündigte: Regen, Sturm und Kälte. Früh am Kaffeetisch entschieden wir, aus Sicherheitsgründen und auf Rücksicht der Gesundheit fahren mit dem Auto nach Cleeberg zurück. 4 Fahrräder und Insassen fanden im Begleitfahrzeug Platz, die Übrigen 3 der Gruppe brachte Doris und Elisabeth Friedrich heil nach Cleeberg zurück. Früh am Sonntagmorgen sich dafür bereit zu erklären, gebührt besonderen Lob und Dank.
Das Begleitfahrzeug mit Verpflegung und Getränke wurde von Markus Lenz gefahren und dies in hervorzuhebender Präzision. Noch nie hatten wir so wenig Wartezeiten oder organisatorische Probleme. Markus legte selbsttätig die Treffpunkte dorthin, wo sich die Fahrradwege und die Straßen kreuzten, bzw. lotste uns zum Verpflegungs- und Kontrollpunkt. Es scheinen die Zeiten vorbei zu sein, als wir auf der einen Mainseite durstend standen, das Begleitfahrzeug sich aber an der gegenüberliegenden Fluss-Seite stand und keine Brücke in Sicht war.

Jede unserer Fahrten bildet, daher noch ein Nachtrag zum Nassauern - Über das Nassauern, besser als das Leben auf Anderer Kosten bekannt und von vielen praktiziert, sei hier mit einem kleinen historischen Rückblick folgendes erklärt.Herzog Wilhelm von Nassau schloss 1817 einen Vertrag mit Hannover, wonach die Königliche Hannoverisch Georg August Universität zu Göttingen zur Nassauschen Landesuniversität wurde. Damit war es möglich, Studierwillige ein anerkanntes volles Studium mit Promotionsrecht zu ermöglichen. Als Anreiz zu einem Studium im 300 km entfernten Göttingen, gewährte er Stipendien, darunter auch kostenlose Verköstigungen. Das sprach sich unter den Studenten schnell herum und mancher gab sich als Nassauer aus ohne es zu sein. Diese Schimpfwörter werden heute noch auf Leute bezogen, die keine "Nassauer" sind und auf Kosten anderer trinken und essen.

 

 

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