2. Juli 2005 CLEEBERG (kw). Seit Herbst letzten Jahres gibt es für die Cleeberger Sänger nur noch ein Ziel, die Titelverteidigung beim Hessischen Chorwettbewerb am 10. Juli in Frankfurt. Wer den Dirigenten des Chores auch nur ein bisschen näher kennt, kann sich in etwa vorstellen, was dies für die Sänger mit sich bringt. Kein lockerer Singsang und gemütliche Chorproben, sondern hoch konzentrierte Ausarbeitung des neuen Bühnenprogrammes. Aber genau das ist es ja auch, warum die Cleeberger so ein Vergnügen beim Singen haben. Da wird einem auch mal was abverlangt und nach vielen Wochen harter Probenarbeit an einer neuen Partitur stellt man fest, das sich die ganze Plackerei gelohnt hat.
Aber bevor es zum großen Showdown in Frankfurt kommt, hatte sich Matthias Schmidt wieder einmal etwas besonders Reizvolles ausgedacht. Und so fuhren die Cleeberger Sänger am vergangenen Samstag zu einem Chorwettbewerb nach Jockgrim in die Pfalz. Natürlich war dieser Wettbewerb nicht von ungefähr ausgewählt worden, nein, dort kam es zu einem erneuten Aufeinandertreffen mit altbekannten Kontrahenten. Ebenfalls in der höchsten Männerchorklasse hatte auch der MGV Somborn unter der Leitung von Dr. Martin Trageser gemeldet. Und mit Somborn hatten die Cleeberger noch eine gesangliche Rechnung offen. Denn sowohl beim Wettbewerb in Dehrn im Jahre 2001 als auch in Birkenau 2002 wurden beide Chöre punktgleich gewertet. Da brauchte Matthias Schmidt auch gar nicht lange überlegen, wie man die Sänger so kurz vor dem Hessischen Chorwettbewerb für einen "normalen" Wettbewerb motivieren könnte. Jeder der 65 Cleeberger Sänger brannte förmlich darauf, diese offene Rechnung auszugleichen. Dies ging dem Chor aus Somborn allerdings auch nicht anders, so war aus dem Umfeld des Chores zu vernehmen, dass die Somborner ganze drei Probenwochenenden vor diesem Wettbewerb absolvierten um die Cleeberger zu schlagen.
Als letzter Chor ihrer Klasse betraten dann um 20:30 Uhr die Sänger aus Cleeberg die Bühne. Zur Aufführung kamen "Saltarelle" von Camille Saint-Saëns, "Mundi renovatio" von György Orban und "The Drummer an the Cook" von Robert Shaw. Um 22:30 Uhr begann dann die Bekanntgabe der Jury-Ergebnisse und Somborn wurde mit 22,28 Punkten und einem Gold-Diplom ausgezeichnet. Klar, das da bei Somborn großer Jubel ausbrach, aber noch stand die letzte Wertung aus, nämlich für die Cleeberger. Hier kam die Jury zu folgendem Urteil: Chor A 24,58 Punkte, Chor B 23,92 Punkte und Chor C 24,25 Punkte. Das machte insgesamt stolze 24,25 Punkte in der Gesamtwertung und brachte den Sängern um ihren 1. Vorsitzenden Hartmut Schmidt nicht nur den Sieg mit Gold-Diplom in der höchsten Männerchorklasse und den lang ersehnten Sieg über Somborn, auch der Tageshöchstpreis ging damit nach Cleeberg. Und das wurde dann auch gebührend gefeiert, erst im Morgengrauen kehrten die beiden Reisebusse des Chores in die Heimat zurück.
Nun heißt es aber volle Konzentration auf das Großereignis dieses Jahres, denn bereits am kommenden Sonntag müssen sich die Cleeberger im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks gegen die besten Chöre in Hessen behaupten. Und da sind solch namhafte Ensembles wie Liederkranz Zellhausen unter Roman Zöller und Harmonie Lindenholzhausen unter Martin Winkler am Start, letztere waren 1997 Hessischer Meister und in Jahr darauf Deutscher Meister.