| Tosender Applaus für großartiges Chorkonzert im Bürgerhaus 
30. Oktober 2004 BUTZBACH (BZ/hwp). Vollauf gelungen war das Chorkonzert am Samstagabend im Butzbacher Bürgerhaus. Nicht enden wollender Applaus des begeisterten Publikums belegten klar die Klasse der Akteure auf der Bühne, die ein Feuerwerk an Musikalität auf hohem Niveau präsentiert hatten. Im Rahmen der kulturellen Veranstaltungen aus Anlass des 684. Butzbacher Katharinenmarktes hatte der in diesem Jahr bereits mit einer ganzen Reihe erfolgreicher Veranstaltungen sein 125-jähriges Bestehen feiernde Gesangverein "Liederkranz" 1879 Pohl-Göns dieses Konzert als krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres terminiert. Neben dem Jubiläumsverein aus Pohl-Göns traten als hochkarätige Gäste die Aktiven des Männergesangvereins "Liederkranz" 1922 Cleeberg sowie der seit geraumer Zeit in Pohl-Göns beheimatete, gleichwohl in weltweiten Engagements stehende Tenor Christian Elsner auf am Flügel begleitet von Hans Ilge. Was die beiden Chöre und ein begnadeter Tenor boten, war meisterlich. Der "Liederkranz" Pohl-Göns eröffnete den Abend mit Max Bruchs "An die Musik". Ein Madrigal von Giovanni Gastoldi "An hellen Tagen" aus dem Jahr 1599, neu arrangiert vom Liederkranz-Dirigenten Alexander Launspach, zeigte, was auch ein gemischter Chor zu leisten vermag. "Graduale-Hymnus" aus der Feder des österreichischen Komponisten Anton Bruckner, "Oh, Täler weit, o Höhen" von Felix Mendelssohn und "Schon die Abendglocken klingen", von Konradin Kreutzer folgten. Dem Klavier gewidmet und einer Begegnung mit einem ungarischen Geiger verdanken wir den "Ungarischen Tanz Nr. 6" von Johannes Brahms beschwingtes Intermezzo. Franz Schuberts "Abendfrieden" aus seinem großen Repertoire Chormusik wie sie sein soll. Der Cleeberger "Liederkranz" betrat die Bühne mit seinem Dirigenten Matthias Schmidt an der Spitze ebenfalls mit klassischer Ausrichtung bei der Auswahl der Stücke. Da musste angesichts der großen Anzahl von Personen auf der Bühne sogar der Konzertflügel weichen. Mit einem alt-englisch interpretierten Hymnus errangen die Cleeberger vor wenigen Wochen in Breidenbach die Höchstwertung von 420 Punkten (drei Bewertungskriterien je 140) und mit Knut Nystadts "I will praise thee OLord" auch hier ein englischsprachiger Einstand nach Maß. Zwei Madrigale, "Wohlauf ihr Gäste" von Erasmus Widmann und "Cantate Domino" von Giovanni Croce, ließen im Saal den Fall einer Stecknadel hören höchste Musikalität war angesagt wie auch im folgenden böhmischen Volkslied aus der Zeit der Romantik: "Ach Krieg, Krieg" der unsinnige Opfergang der Menschen in wahnsinnigen Kriegen das Thema, gefolgt von Walter Reins schwäbischem Volkslied "Mus i denn, aus dem Städele hinaus". "Ich wünscht, ich hätt noch ein paar (Erb-) Tanten und hätt sie doch bald nicht mehr ...", derartig bitterböse Zeilen aus dem Munde des großen Tenors Christian Elsner? "Von einer alten Tante", einem jener Gassenhauer aus dem Milieu von Komponist Kurt Hessenberg stammt diese Zeile und meisterlich dargeboten vom Star des Abends in Begleitung von Hans Ilge am Piano. Wilhelm Busch und "Casanova" Ludwig van Beethoven muss man nicht unbedingt in Zusammenhang bringen mit dem Lied "Der Kuss" aus dem Schaffenswerk des letztgenannten sollte es wohl gelungen sein. Nach der Pause wieder Christian Elsner und nach einem Plauderstündchen mit Burkhard Reuhl über Tenorssöhne, die es als lieb betrachten, wenn sie ihr Vater privat zu Hause möglichst mit Gesang verschont, stellte sich Christian Elsner so richtig in Positur und "Ein Lied geht um die Welt" von Hans May gehört auf jede gute Bühne. Frank Sinatras "My Way" es mag wohl auch für den Weg des Tenors Elsner stehen natürlich gesungen auf allerhöchstem Niveau und kräftig mit Beifall bedacht. Der Pohl-Gönser "Liederkranz" erneut im Rampenlicht, überraschte mit rhythmischen, afrikanischen Klängen nach dem Motiv eines südafrikanischen Zulu-Liedes "Aya Ngena". Ehemals beim Chansonwettbewerb "Gran Prix de Eurovision" siegreich gewesen, texteten und arrangierten Kobi Oshrat und "Bearbeiter" Hans Schlaud den Titel "Halleluja". Gleich drei Spirituals sorgten für Hochstimmung im Saal (... das als Premiere von Hans Ilge bearbeitete "Where you there?", "I want to got to heaven" von Winfried Siegler-Legel sowie "Down by the Riverside" von Hans Weiss-Sternberg). Nach Hugo Alvens "Zum Tanze, da geht ein Mädel ...", einem munter, beschwingten Lied, zum Abschied der Liederkranz-Akteure aus Pohl-Göns, ganz nach dem Geschmack des Publikums, sollte nun aus dem Munde der Cleeberger Sänger ein echter Höhepunkt des Abends folgen. Lateinisch der Titel "Mundi renovatio" von György Orban schwierigste Chorliteratur, ausdrucksstark und perfekt. Von der Art her ein venezianischer Rundentanz, ließ "Saltarella" von Camille Saint-Saëns alles bisher Dagewesene vergessen mitreißender, französischer Männerchorgesang. Der tosende Beifall mochte nicht enden so etwas hatte man auf Butzbachs Bürgerhausbühne noch nicht erlebt. Zwei Shantiesongs "What shall we do with the drunken sailer ..." von Alice Parker und Robert Shaw und "The drummer and the Cook" von Robert Shaw waren weitere Glanzlichter der musikalischen Art aus dem schier unerschöpflichen Repertoire der Cleeberger. Kaum von der Bühne gegangen, mussten sie wieder zurück in das Scheinwerferlicht, denn ohne eine Zugabe ließen die Zuhörer die Cleeberger nicht ziehen. Von den "Flying Pickets" stammt das "Only You" und eine eigene Interpretation davon rief erneute Begeisterungsstürme hervor. Die beiden Solisten Michael Watz und Björn Diebel waren dabei voll in ihrem Element und vollendeten diesen Titel so brillant, dass es wieder minutenlangen Applaus gab welch ein unvergesslicher Triumph für den Männerchor aus Cleeberg. Zum großen Finale traten nochmals die Damen und Herren des Pohl-Gönser Gesangvereins auf. Welches Lied wäre nach einem solch beeindruckenden Chorkonzertabend besser geeignet gewesen als "Time to say good bye". Musik, die zu Herzen ging mit dem Jubiläums-Chor und Christian Elsner als erneutem Solisten. Das hätte ruhig noch eine Weile so weitergehen können nach Meinung vieler Gäste und auch Elke Binzer in ihren abschließenden Worten fand nur lobende Worte: "Wie schön kann doch Chorgesang sein und mit den Sängern des Cleeberger Chores haben wir einen der besten deutschen Männerchöre erleben dürfen! Und vielleicht, so die Liederkranz-Vorsitzende, finden ja doch noch mehr Menschen wieder den Weg in die Singstunde." Dass man ein so erfolgreiches Konzert anschließend mit den Akteuren und dem in seiner Gesamtheit dazu eingeladenen Publikum im Bürgertreff Pohl-Göns gemeinsam ausklingen ließ, versteht sich da fast von selbst. « zurück zur Übersicht » | |