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31. Mai 2003 CLEEBERG (kw). Noch vor wenigen Wochen wurde heiß diskutiert wie es dieses Jahr wohl weitergehen soll. Grund war der krankheitsbedingte Ausfall von Chorleiter Matthias Schmidt für fast drei Monate. Anfang des Jahres meldeten die Cleeberger Sänger sich für die Teilnahme an insgesamt drei Chorwettbewerben an, ohne zu dieser Zeit zu ahnen, was in Kürze auf sie zukommen sollte. Als Matthias Schmidt plötzlich ausfiel, hoffte man, er würde in wenigen Tagen die Probenarbeit für die diesjährige Saison wieder aufnehmen können. Doch er konnte erst nach fast drei Monaten wieder den Taktstock schwingen. Zwischenzeitlich musste bereits die Teilnahme am Bundeswertungssingen in Garbenteich abgesagt werden. Spätestens jetzt war jedem klar, dass es fast unmöglich werden würde, den Chor auf den nächsten großen Wettbewerb am 31. Mai in Großholbach ausreichend vorzubereiten.

Doch einfach die Flinte ins Korn werfen gibt es bei den Cleeberger Sängern nicht. Christian Kolmer, in seiner Funktion als Vizechorleiter, übernahm kurzerhand das Dirigat während der Abwesenheit von Matthias Schmidt. Das Christian Kolmer in dieser schwierigen Phase den Probenbetrieb aufrechterhielt, rechneten ihm die Sänger sehr hoch an, denn er selbst steckte mitten in den abschließenden Prüfungen seiner juristischen Ausbildung. Am Ende blieben gerade mal fünf Chorproben Zeit für Matthias Schmidt, um das Unmögliche doch noch zu schaffen. Hartmut Schmidt, der erste Vorsitzende appellierte an alle Sänger an diesen fünf Proben vollzählig zu erscheinen, um mit aller Kraft ein wettstreitfähiges Repertoire fertigzustellen.

Am Samstag, 31. Mai kam dann die Stunde der Wahrheit. Ausgerechnet auch noch in der Königsklasse für Männerchöre, der Klasse M1 (vergleichbar mit der Formel-1 im Automobilsport) hatte man sich angemeldet. Und dort sah man sich dementsprechend auch der erwartet schweren Konkurrenz gegenüber. Als vorletzter Chor betraten die Cleeberger um 18:45 Uhr die Bühne im Konzertzelt in Großholbach. Und gleich zu Anfang gab man ein neu einstudiertes Stück zu Gehör: "The Drummer And The Cook" nach einem Arrangement von Henry S. Matthew, mit Solist Björn Diebel. Als zweites wurde "What Shall We Do With The Drunken Sailor" von Robert Shaw und zum Abschluss "Only You" von The Flying Pickets mit den Solisten Björn Diebel und Michael Watz dargebracht. Dem stürmischen Applaus des Publikums zufolge war das wohl außergewöhnlich, was die 58 Sänger aus Cleeberg auf der Bühne boten, aber letztlich hatte ja nicht das Publikum zu entscheiden, sondern die Herren Richard Trares und Bernhard van Almsick in ihrer Funktion als Wertungsrichter.

Um 20:00 Uhr war es dann endlich soweit, die Punktwertungen wurden nun bekannt gegeben. 31 Chöre nahmen an dem Wettstreit teil, für jedes Stück konnten maximal 60 Punkte vergeben werden. Und da die Cleeberger als vorletzter Chor gesungen hatten, mussten sie auch entsprechend lange warten, bis ihre Wertung dran war. Als die Wertung für den MGV Thalia Ebernhahn, der unter Leitung von Jürgen Fassbender stand, mit 174,5 Punkten feststand, waren sich die Cleeberger ziemlich sicher, dass hier und heute für sie nichts zu holen sein dürfte. Doch was dann kam war für alle Beteiligten unfassbar. Chor A: 59,5 Punkte, Chor B: 59,5 Punkte, Chor C: 59,0 Punkte. Das machte in der Addition 178 von 180 möglichen Punkten und bedeutete den 1. Preis im Klassensingen, 1. Preis im Ehrensingen, 1. Dirigentenpreis und mit sagenhaften 3,5 Punkten Vorsprung auch gleichzeitig Tageshöchstpreis. Unbeschreiblicher Jubel brach bei den Cleebergern aus, lange lag man sich in den Armen und auch die eine oder andere Träne floss, was angesichts dieser Leistung nicht zu verdenken ist.

Aber lange Zeit zum Feiern bleibt den Cleebergern nicht, bereits am 15. Juni steht der nächste große Wettbewerb an. Dann geht es nach Beerfelden-Hetzbach im Odenwald. Ob sich die Serie der Sänger aus Cleeberg dort fortsetzt, erfahren Sie aktuell an dieser Stelle.

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