1950

Am 27.1. erfuhr die neue Kirchenglocke ihre Einweihung. Pfarrer Karl Ernst rief die Gottesdienstbesucher zur Einkehr und Besinnung auf. Der Männerchor umrahmte die Einweihung feierlich mit einigen Liedvorträgen und fand in der Gemeinde eine aufmerksame Zuhörerschaft. Am 5. Februar sang man zur Hochzeit von .

Am 24.08.1950 konnte die neue Schule, die für 136.000,- DM erbaut wurde, ihrer Bestimmung übergeben werden. Nach der Ansprache durch den damaligen Bürgermeister Lemp waren die Männer des Chores wieder aufgerufen, die Bevölkerung durch ihren Gesang zu erfreuen. Vom 16.-18. September hatten die Sänger , und zwar den Männerchor "Kameradschaft", ein Werkschor der Firma Ewald Beringhaus, die in dieser Zeit in Oberkleen ein Zweigwerk unterhielt.

Zusammen mit den Gästen veranstaltete man am Samstag ein kleines Konzert. Diese drei Tage sollten unvergeßlich in die Geschichte des Vereins eingehen. Man wollte dem Werkschor im kommenden Jahr einen Gegenbesuch in Duisburg abstatten. Die Fahrt wurde für Juli 1951 geplant. Außerdem beschloß man, den Kindern der Duisburger Sänger eine Weihnachtsbescherung zu bereiten. Die Cleeberger führten dazu eine Apfelsammlung durch und machten die eingesammelten Äpfel den Gästen zum Geschenk.

1951

Das Jahr 1951 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen des bevorstehenden 30-jährigen Jubiläums des Vereins im kommenden Jahr. Auch andere Veranstaltungen wurden in Angriff genommen. So der Familienabend am 25. Januar, in dessen Verlauf unter anderem vier Sänger für ihre 25-jährige aktive Vereinszugehörigkeit geehrt werden konnten.

Am 7. Juni des Jahres konnte der MGV der Eröffnung eines Jugendraumes in der Scheune des alten Pfarrhauses beiwohnen. Die Schaffung eines solchen Raumes für die Jugend des Dorfes geschah auf Initiative des Pfarrers Karl Ernst, der sich dabei auf die finanzielle Hilfe verschiedener Institutionen wie Gemeinde und Kreisjugendamt stützen konnte. Selbst der Wetzlarer Kreisresidentoffizier, Mr. F. Green, überreichte einen Scheck in Höhe von 1.000,- DM.

Das Großereignis des Jahres war natürlich die des Chores zu den Freunden nach Duisburg, denen man in diesem Jahr den versprochenen Gegenbesuch abstattete. Bei strahlenden Wetter traf man sich mit dem Männerchor "Kameradschaft" in Duisburg, und unternahm dort neben einem Konzert mit den befreundeten Sängern eine Stadt- und Hafenrundfahrt. Einige Cleeberger Sänger, die ihr menschliches Bedürfnis nicht zurückhalten konnten, und ihre Notdurft in den Rhein erledigten, hatten Mühe, der Verfolgung eines Ordnungshüters zu entkommen.

Wegen der Ausrede "Wir sind die Sänger aus Hessen", sah er dann von weiteren Maßnahmen ab. Auf der Rückfahrt wurden noch der Kölner Dom und das Zweigwerk der Fa. Berninghaus in Köln besichtigt. Die Fahrt sollte noch lange als schöne Erinnerung in den Sängerköpfen haften bleiben.

1952

Das Jahr des des MGV "Liederkranz" Cleeberg begann verhalten. Doch am 19.05.1952 war es dann soweit, es wurde ernst. Am 2. Und 3. Pfingstfeiertag beging der Verein sein seit langem geplantes Jubiläum. Eine große Anzahl von befreundeten Vereinen folgte der Einladung des MGV und brachte den ebenfalls vielen Gästen eine eindrucksvolle Vorstellung ihres Könnens. Dabei waren besonders der Gesangverein Kraftsolms, sowie die Chorgemeinschaft Oberwetz-Griedelbach hervorzuheben, die außergewöhnliche Leistungen darboten. Auch eine Abordnung des Partnerchores aus Duisburg überbrachte dem MGV seine Glückwünsche. Beim Kommers am Samstag wurde Paul Wißner zum Ehrenmitglied ernannt. Das gute Gelingen des Festes lag an der hervorragenden Organisation des verdienten Mitgliedes Hermann Höhn. Der Festplatz befand sich wieder "vor dem Hain", eingebettet zwischen Cleebach und Kleebaum. Im soeben fertiggestellten Saal von Albert Wagner fand zur gleichen Zeit das des Sängerbundes statt.

Eine Anekdote am Rande des Festes: Der MGV konnte mit dem vorbereiteten Essen keine Geschäfte machen, denn die Gastvereine aßen ihre mitgebrachten Brote. Der Verein, der zu diesem Zeitpunkt 55 Sänger zählte, konnte trotzdem auf ein sehr gelungenes Fest zurückblicken. Ein weiteres Ereignis, das alle im Dorf beschäftigte, war die begonnene Renovierung des alten Rathauses, von dem der unterste Stock schon wieder in neuem Fachwerk glänzte.

Im gleichen Jahr beteilgte man sich auch am .

1953

Die im Vorjahr begonnene Renovierung des alten Rathauses wurde in diesem Jahr abgeschlossen, und es erwachte in neuem Glanz. Die Feierlichkeiten zur Einweihung wurden durch die Liedvorträge des Männergesangsvereins festlich umrahmt. Weiterhin wurde an zwei Liederabenden befreundeter Chöre teilgenommen.

Die Sänger und ihre Frauen unternahmen noch einen Tagesausflug nach Heppenheim und Michelstadt. Hierbei mußte die Abfahrt des Busses allerdings bis 10:30 Uhr verschoben werden, weil einige Sänger bis zu diesem Zeitpunkt in einer Kneipe in Butzbach "versumpf" waren.

1954

Ein Jahr der Besinnung für den MGV - denn außer den traditionellen Veranstaltungen wurde in diesem Jahr nicht viel unternommen. Erwähnenswert allerdings ist, daß sich aus dem Verein in den Jahren 1951-1954 eine bildete, die ihr Können mit viel Erfolg der Bevölkerung Cleebergs darbot.

Die Aufführungen fanden in regelmäßigen Abständen im Saal Wagner statt. Unter anderem wurde das Stück "Heimweh nach Deutschland" vorgeführt, bei dem Else Theuser und Walter Jung das Lied, "Nach der Heimat zieht´s mich wieder", sangen. Die Theatergruppe stand unter Leitung von Lehrer Schloß.

1955

Auch das Jahr 1955 verlief eher ruhig für den Verein. Die Jahreshauptversammlung brachte eine freudige Überraschung. Es konnte mitgeteilt werden, daß man mehrere junge Sänger gewonnen hatte. Außerdem wurden aktive und passive Mitglieder für ihre langjährige Tätigkeit im Verein geehrt. Die übrige Zeit des Jahres wurde damit verbracht, den allgemeinen Verpflichtungen nachzukommen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass bei der Vorstandssitzung am 10. Juli folgende Beschlüsse gefaßt wurden: 1. Vorsitzender, Kassierer, Beitragseinzieher für passive und aktive Mitglieder und Sänger unter 18 Jahren sind beitragsfrei, nach 40-jähriger Mitgliedschaft wird man zum Ehrenmitglied ernannt.

1956

Neben dem wurde ein neugegründet. Bei der Jahreshauptversammlung, die am 7. Januar stattfand, wurde beschlossen, neben dem schon zur Tradition gewordenen Familienabend auch zwei Sängerfeste zu besuchen. Zur Durchführung des Familienabends wurde ein Ausschuß von 6 Personen, nämlich Albert Reitz, Robert Zimmermann, Otto Schindel II, Ewald Kaiser, Reinhard Wagner I und Robert Spahn, gebildet. Auch ein Ausflug, über dessen Ziel erst später entschieden werden sollte, wurde geplant. Nach dem Bestandserhebungsbogen des Sängerbundes zählte der Verein zu dieser Zeit 35 aktive Sänger, davon zwei unter 17 Jahren und 40 fördernde (passive) Mitglieder.

1957

Das Jahr begann, wie schon die Jahre zuvor, mit dem Familienabend im Januar. Der 1. Vorsitzende, Bruno Krause, bedankte sich bei den Sängern für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Er begrüßte zwei neu gewählte Vorstandsmitglieder, nämlich Robert Span als Kassierer und Otto Schindel II als Beisitzer.

In diesem Jahr wurden außer dem Wertungssingen in Münzenberg noch drei Sängerfeste besucht. Die Wertungssingen wurden für die Männer zum großen Erfolg, hatte man doch durchweg sehr gute Noten erhalten. Klar ist, daß dieser Erfolg dann in gebührendem Maße gefeiert wurde. Eine Ausflugsfahrt wurde durchgeführt, über das Ziel gibt es leider keine Aufzeichnungen.

1958

Das Geschäftsjahr begann mit einer schlechten Bilanz für die Aktiven des Vereins, denn die Sängerzahl war schon gleich zu Beginn um 3 auf 32 Sänger gesunken. Die Aktivitäten waren nicht sehr umfangreich, denn man beschränkte sich auf die traditionellen Veranstaltungen des Vereins.

1959

Die Sänger wurden gegenüber dem Vorjahr wesentlich aktiver. Der Veranstaltungsreigen begann am 31.1. Mit dem Familienabend, den man mit den Angehörigen feierte.

Der zweite Osterfeiertag wurde dazu genutzt, im eigenen Ort ein Konzert zu geben. Am 10. Mai fand ein Chorkonzert des Hausberg-Wettertal-Sängerbundes in Ebersgöns statt, das man - trotz recht kleiner Sängerzahl (28 Sänger) - mit einer guten gesanglichen Leistung abschloß.

Am 21. Juni zeigten die Sänger beim Fest in Niederwetz ihre Verbundenheit mit diesem Verein. Anfang Juli nahm man an einem Wertungssingen in Hoch-Weisel teil, bei dem man einen beachtlichen Platz erringen konnte. Ende Juli unternahmen die Sänger eine Eintagesfahrt an Lahn und Rhein.

Ein weiterer Ausflug fand im Herbst statt, wobei man den Zoo und den Palmengarten in Frankfurt besuchte. Mit dem Singen am Denkmal und am Heiligen Abend in der Kirche beendete man ein recht ereignisreiches Jahr.